Über mich

Kunst  ‚Über Kunst kann man so viel Gescheites sagen, dass man es besser bleiben lässt‘. Das sagt eine Protagonistin des Kunstromans mit dem Arbeitstitel ‚Surreal‘, an dem ich derzeit arbeite. Ich tue mich schwer, Kunst, vor allem die moderne, ernst zu nehmen. In meinem Eurothriller ‚Freezone‘ sagt der Protagonist, er glaube nicht an die Aussage von Künstlern, dass nach dem ersten freien Pinselstrich jeder weitere einer inneren Notwendigkeit folge. In meinem Kunstroman versuche ich, einen Weg hin zur Kunst zu finden. Mal sehen, ob das gelingt.

Literatur  Kunst ist beliebig. Literatur hat es mit Sprache zu tun. Das setzt der Beliebigkeit Grenzen. Ich halte deshalb viel von Literatur und staune über die Gestaltenfülle, die sie trotz der Grenzen, die Sprache setzt, hervorbringt. Und ich beteilige mich natürlich an diesem Spiel mit aller Melancholie und aller Aggressivität, die mir zu Gebote stehen. Meine Texte entstehen so gewissermaßen als chemische Reaktion aus den Substanzen Sprache und Gefühle.

Tiere  Ich hatte einen Hund, den ich sehr vermisse. Er starb im September 2013. Ich habe eine Katze. Haustiere sind meine Aliens. Ich steigere meine Bewunderung für Tiere, indem ich mir immer wieder klar mache, dass nicht der Mensch sie geschaffen hat sondern die Gestaltungsmacht der Natur.

Ich achte im Übrigen darauf, nicht zu viel Fleisch zu essen. Die industrielle Bewirtschaftung von Tieren macht mir richtig Kummer.

Mein Hund ist im September 2013 gestorben. Wenigstens auf meiner Homepage soll er weiterleben.

Das ewig Weibliche  Ich male nicht ein bestimmtes Weib sondern das Weib an sich. So hat das einmal ein großer Maler abstrakter Bilder gesagt. Der Satz fasziniert mich. Kant hat ja nun das ‚Ding an sich‘ in die Philosophie eingeführt, um dessen Unbegreiflichkeit jenseits aller innerweltlichen Dingerkenntnis zu bezeichnen. Ist Kunst der Versuch, das ‚An sich‘ der Dinge zu erfassen – unter Umgehung der Grenzen unseres innerweltlichen Erkenntnisvermögens – sozusagen durch einen geheimnisvollen Nebeneingang? Verführt das Weib mehr als alle anderen Dinge dazu, zu diesem Geheimnis vordringen zu wollen? Meine schlichte Antwort ist: Ja, so ist es.

Bank  Mit dem Wort Bank verbinden sich seit einigen Jahren keine angenehmen Assoziationen. Ich habe die letzten 20 Jahre meines Berufslebens in einer Bank verbracht. Ich kann von dieser Bank nur das Beste berichten. Dennoch habe ich Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, zugespitzt in meinem Roman ‚Geld Amok Aus‘ literarisch zu einem Krimi verarbeitet.

Publikum  Der Mensch braucht Zuwendung. Der Autor braucht Beachtung; auch der etwas kauzig wirkende und eigensinnige Autor – so hat mich ein bekannter Literaturkritiker in einer durchaus positiven Besprechung einmal beschrieben. Über die scheue Ressource ‚Beachtung‘ verfügt das Publikum. Mit dieser Ressource verhält es sich ein wenig wie mit dem Reichtum. Wer schon viel hat, der bekommt immer mehr. Ich verstehe das vollkommen. Menschen brauchen Feuer, um die sie sich versammeln und worüber sie sich austauschen können. Viele Feuerchen, wo jeweils kaum jemand ist, helfen da nicht weiter. Autor ist man, wenn man wenig bekannt ist und trotzdem schreibt. Größer könnte die Herausforderung kaum sein.

Politik  Ich engagiere mich gegen den Euro. Der ist eine Katastrophe für die normalen Menschen in Südeuropa. Nur die Eliten dort halten an der Fehlkonstruktion fest, die uns aus Rechtstaatlichkeit und Demokratie heraus und in die Haftungsunion zugunsten von Vermögenden hineinführt. Am Ende steht dann die Sozialunion mit Lebensmittelmarken statt Hartz IV – wie heute schon in den USA.

Übrigens  Geboren bin ich 1945 auf der Flucht. Vielleicht reise ich deshalb nicht gern. Ich habe studiert – Volkswirtschaftslehre, Wissenschaftstheorie und Philosophie – ich habe gearbeitet – in Ministerien und Banken – ich habe einen verstärkten Zugang zur Literatur gefunden – als Schriftsteller. In meinem Blog werde ich immer mal wieder schreiben, was mir auffällt, was mich irritiert, was mich interessiert.

horst koch

 

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