Notizen zur Kunst

Ich blättere in alten Notizen zu Besuchen in Kunstveranstaltungen. Wie alt sind sie? Das weiß ich nicht. Jedenfalls wirken sie eigenartig auf mich – so aus dem Zusammenhang der Veranstaltungen gerissen. Das macht sie mir auch reizvoll. Ich zitiere einfach – ganz ohne aktuelle Kommentierung, ganz ohne Ordnung:

Die Geläufigkeit des Kampfes muss durchbrochen werden – sich fallen lassen. Gott ist schön.

Der naive Blick dient als Erkenntnismittel. Das Symbol lässt Raum für Fantasie. Auf dem Bild sind die schmutzigen Fußsohlen des Hirten so wichtig wie die Gestalt von Maria. Religion ist voller Momente der Gewalt. Die Kunst ist voller ästhetisierter Gewalt. Bilder sind oft für eine bestimmte Lichtführung geschaffen und für bestimmte Kontexte. Die Aufgabe von Museen ist es, Bilder neu sichtbar zu machen. Die Wirklichkeit ist zersplittert. Das Individuum selbst ist ‘Viele‘, Zersplitterung ist Befreiung der ‚Vielen‘. Waren die Flammen über ‚Deep Horizon‘ auch Kunst, Konzeptkunst – das teuerste Kunstwerk aller Zeiten? Brauchen wir eine Rückkehr ins Kleine, Schlichte? Es geht bei der Installation nicht um ein Motiv. Die Installation schwebt gegenstandslos zwischen Skulptur und Architektur. Das Heilige benennen, heißt es töten. Kunstwerke bleiben ganz bei sich. Alles, was du anfasst, kommt aus der Vergangenheit.

So das war es erst einmal. Ich werde das gelegentlich fortführen, weil es mich selber interessiert, weil das alles irgendwie kryptisch klingt. Und ist es nicht genau das, was wir auch in der Kunst suchen? Das Geheimnis, das nicht Entschlüsselbare und doch so – vermeintlich – Bedeutungsvolle. Oder soll Kunst klar, durchsichtig, verständlich – aufklärerisch sein? Hat Kunst etwas mit der adornoschen Dialektik der Aufklärung zu tun? Ich nehme mir vor, mich damit zu beschäftigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.