Künstlerroman ‚Die Finissage‘

VLUU L110, M110 / Samsung L110, M110

Künstlerroman – Projekt

Für meinen in Arbeit befindlichen Künstlerroman (inzwischen erschienen unter dem Titel ‚Kunst oder das Brummen des rentierweibchens‘ in Lindemanns Bibliothek) musste ich das nebenstehende Bild von Max Ernst interpretieren. so sieht die Interpretation aus:

‚Das Bild zeigt den athletischen Körper eines Mannes, der aus einer raschen Bewegung heraus plötzlich inne zu halten scheint. Das linke, nach hinten gestellte Bein stützt den leicht nach rechts geneigten Körper ab, der rechte, ausgestreckte Arm deutet schräg nach oben. Der Kopf des Mannes wird dargestellt durch einen Fantasievogel mit langen Fühlern – vielleicht doch Anspielung auf ein Insekt, eine Motte, die ins Licht strebt? Die Konfiguration hat nahezu eine tänzerische Anmutung. Und sie birgt Rätsel, die nach Lösung drängen: Was bedeutet das Insekt an der Stelle, an der wir den Kopf erwarten? Was bedeutet die andere kleine Figur, die da frei schwingt und nur andeutungsweise an der Hand des ausgestreckten Armes hängt? Will sie den Arm nach unten ziehen? Warum führt der Athlet einen Golfschläger locker mit sich? 

Gibt uns der Titel des Bildes ‚La santé par le sport‘ oder der Text neben dem Bild Hinweise? Ja doch, Hinweise, mehr allerdings nicht. Der Kopf des Athleten ist der Tagvogel. Er ist die Chiffre für das menschliche Tasten nach dem Licht äußerster Erkenntnis, die uns erst jenseits der Mitternacht – des Todes? – zu Teil wird. Also doch die Motte als Gleichnis für den menschlichen Geist? Und liegt nicht die Antwort auf alle Fragen in den unerreichbaren Sphären des Äthers? Ja, das Bild ruft uns auf, inne zu halten, den Golfschläger gleichmütig sinken zu lassen, den Blick zu lösen von unserem Alltag und dem aus dem Bild heraus nach schräg oben deutenden Arm des Athleten folgend  in die Sphären des Äthers zu richten.

Finden wir dort das Licht der Erkenntnis oder verbrennt dort die Motte?‘

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