Besuch bei einer Sekte?

Vor wenigen Tagen war ich bei einem Vortrag in der Kunstakademie über den Künstler Manzoni. Das ist der, der seinen Atem in einen Balon blies und dieses Artefakt dann als Künstleratem, als greifbare Inspiration, vermarktete. Seine Exkremente hat er in Blechdosen verpackt und ebenfalls als Kunstwerk etikettiert. exponiert. Durch dieses Spiel aus Verhüllen und Enthüllen soll das Kunstwerk – gewissermaßen als Stoffwechselprodukt, die Kunst ist – im Kopf des Betrachters entstehen.

Der Balon mit dem Künstleratem wurde gekauft und ist inzwischen zerfallen. Die Brösel hat der Käufer in einen Behälter gefüllt und hält auch dieses Zerfallsprodukt für Kunst. Die Kunsteliten diskutieren nun darüber, ob dieses Kunstwerk noch authentisch ist.

Ich finde, es ist schon ganz große Kunst, so etwas zu diskutieren. Ich finde auch, die Sphäre der Kunst ist selber die Kunst, welche sich die Gesellschaft leistet. Die Besiedelung und Möblierung dieser Sphäre scheint mir zweitrangig zu sein. Also: Schön, dass es so etwas wie Kunst gibt!

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